In heiligen Höhen – Rezensionen bei Amazon

India

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Fünf Rezensionen sind inzwischen bei Amazon Deutschland über mein Buch In Heiligen Höhen – Unterwegs zur Wiege des Ganges gelandet.

Anbei die Meinungen glücklicher Leser!

hochoben – 24. Mai 2008, Von le_pröf

In Heiligen Höhen von Tom Vater ist eine packende und aktuelle Bestandaufnahme des indischen Subkontinents. Pflichtlektüre also für Leser, die etwas über das bevölkerungsreichste Land der Welt etwas erfahren wollen.

Der Autor reist, Seite and Seite von Millionen Pilgern, von der Gangesebene bis an die Quelle des heiligsten Flusses Indiens, ohne jemals ins esoterische Abseits zu geraten.
Vielmehr scheint es, als ob Vater einem seiner zahlreichen und faszinierenden Protagonisten recht gibt, wenn dieser meint, Indien sei die größte funktionierende Anarchie der Welt.
Es geht um Religion und Klimawechsel, Globalisierung und das koloniale Vermächtnis der Engländer. Vor allem geht es darum, wie all das in Indien heute zusammenpasst. Der Autor sucht Zusammenhänge und findet diese in gigantischen Dammprojekten, in den Pilgerscharen, die die indischen Himalayas überfluten, in einem jungen deutschen Sadhu, einem Hobby-Asketen aus Hamburg.
Die Kapitel über Rajah Wilson, dem Briten, der im 19. Jahrhundert vom Fällen tausender Bäume so reich wurde, dass er mit seiner eigenen Währung Handel trieb, finden durch aktuelle Umweltkatastrophen einen Spiegel in der Gegenwart.
In Heiligen Höhen beschreibt auch die skurile Seite Indiens: Vater sammelt fortwährend Meinungen und Geschichten  von wandernden Hindus, einem deutschen Gottesmann, den Schriftstellern und Historikern der Region, alten und jungen Hippies auf der Suche nach Selbstfindung. Dabei wird er während einer Zeremonie des heiligen Ganges zu Ehren bestohlen, schläft unter einem Stein über einem Gletscher und reist mit heiligen Eunuchen.
In Heiligen Höhen ist klassische Reisebeschreibung in die größte funktionierende Anarchie der Welt, illustriert mit hervorragenden Farb- und Schwarzweissbildern.

Auf der Wiese Gottes – 21. Mai 2008, Von Pütti Neuling

Der Reisebericht ‘In heiligen Höhen’ schildert den Weg des Autors Tom Vater von Hardwar am Ganges, wo in mythischer Ferne ein Tropfen des Nektars der Unsterblichkeit zu Boden fiel, zu einem der Ursprünge des Ganges, zum Gangotri-Gletscher, und noch ein wenig darüber hinaus, auf die Hochebene Tapovan in 4500 Metern Höhe.

Der Leser erhält ausführliche Informationen über das Leben der Saddhus, der asketischen Heiigen oder heilign Asketen Indiens. Einige besondere Exemplare dieser Männer, die als Bettler, als Haschisch rauchende, Segnungen vereilende Zeitgenossen, als Gelehrte, aber auch als geschäftstüchtige Grundbesitzer auftreten, werden dem Leser vorgestellt – mit Humor, mit Augenzwinkern, aber immer mit Respekt vor einer dem westlichen Denken völlig fremden Lebensweise.
Von einem Diebstahl, der sich sich anschließenden Begegnung mit der einheimischen Polizei und der daraus resultierenden erschütterten Sprachlosigkeit des Bestohlenen berichtet der Autor lakonisch, während der Leser Tränen lacht.
Interessante Menschen stehen im Mittelpunkt der Schilderungen. Einladungen bei Schriftstellern aus dem Garwhal werden ebenso beschrieben wie das Zusammentreffen mit Pilgern, mit skurrilen Gestalten aus Europa und Indien, aber auch mit Touristen oder Forschungsgruppen und den einheimischen Trägern.
Und obwohlim Klappentext expressis verbis darauf hingewiesen wird, dass es sich bei dem Buch nicht um einen Reiseführer handelt, erfährt der Leser dennoch etwas über Übernachtungsmöglichkeiten in den heiligen Höhen, wo schon einmal ein Mann (der Autor) mit drei Frauen (seiner eigenen und zwei Trekkerinnen) in einem winzigen Zelt übernachtet oder ‘auf der Wiese Gottes’ die Nacht in einer mit stark riechenden Decken ausgelegten Höhle verbringt, um nicht ganz ungeschützt den Minusgraden im Freien ausgesetzt zu sein.
Die Reiseschilderung ist leicht zu lesen, höchst informativ, humorvoll-ironisch geschrieben und gleichzeitig voller Nachdenklichkeit in Bezug auf Klimawandel, gesellschaftliche Veränderungen und menschliche Beziehungen.

Die Ganga sehen, solange es sie noch gibt – 28. Juli 2008, Von Christian Hackbarth-johnson

Ein flüssig geschriebenes Reisebuch mit teils bekannten, teils wenig bekannten, aber durchweg interessanten Informationen über die Landschaft der ersten paar Hundert Kilometer des Ganges durch den Himalaya, gefiltert durch die journalistisch geschulte Brille des Autors und illustriert durch Fotos seiner Frau Aroon. Wir trafen uns ganz oben in Bhojbasa, und habe mich gefreut, wie er  mit einigen wenigen Ungenauigkeiten zwar  unsere Gespräche wiedergibt, die sich im hinteren Teil des Buches finden. Der Leser lernt viele Facetten des Landes kennen, die man als Reisender wenn überhaupt, dann meist nur atmosphärisch mitbekommt. Denn wer verfolgt schon, wenn er die Gangestäler bereist, so viele Spuren, z.B. die des Raja Wilson, des Engländers, der hoch Mitte des 19. Jahrhunderts hoch oben im Bhagiratital lebte, verheiratet mit einer Inderin, und mit Holzhandel ein Vermögen machte, der damit beitrug zur ökologischen Problematik der Landschaft, die mit dem Klimawandel rasant voranschreitet. Dies ist der rote Faden des Buches: die legendäre Landschaft der Quellflüsse des Ganges sehen, den großen Gletscher von Gomukh, solange es sie noch gibt. Dabei bleibt der Autor nicht stehen bei der bloßen Beschreibung, sondern sucht nach den kulturgeschichtlichen Hintergründen der Entwicklung, die er in seinen vielen Begegnungen überall mitsieht. Er kommt in philosophische und spirituelle Gedanken und sucht nach Antworten auf die Fragen, die sich aus den Entwicklungen ergeben. Immer auch humorvoll  Indien ist voller Seltsamkeiten und Widersprüche – aber nicht ohne Wehmut über den Gang der Zeit.

Der Ganges – das Blut der Nation – 28. Mai 2008, Von A. Lingg

Ein Land, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nebeneinander existieren.
Ein Land, in dem während eines heiligen Festes 70 Millionen Menschen in die Fluten des Ganges steigen, um die Seele zu reinigen, in dem sich die Politik einem Wirtschaftswachstum um jeden Preis verschrieben hat, das Problem der Überbevölkerung bei 1.1 Milliarden Menschen aber verdrängt.
Ein Land, in dem die Stadt Hardwar zur brodelnden Hölle wird, wenn tausende von Pilgern auf Busse zu den Orten der Erleuchtung warten, in dem auf dem Gangotri Gletscher der Klang der Stille ertönt.
Tom Vater macht diesen Klang für den Leser hörbar; er macht das Unvorstellbare dieses Landes vorstellbar. Er macht dies auf kenntnisreiche und sachkundige Weise. Er verbindet Beobachtung und Erklärung, er spricht mit den Menschen, macht Interviews und zeichnet Portraits. Tom Vater schreibt faszinierend, lebendig und unterhaltsam. Er setzt sich von dem Genre der Reiseführer ab und folgt der Tradition der interessanten und spannenden Reiseliteratur.
Natürlich ist In heiligen Höhen” ein `Muß` für Indienreisende. Aber es ist eben auch ein ungeheure Traumlandschaft des Himalaya zum höchsten Shiva Tempel der Welt und
zu den Quellen des Ganges hinaufführen lassen,.
Ein Abstecher führt nach Mussoorie, einer früheren britischen Hill Station, wo der Leser unter anderem dem Gespenst des Abenteurers Frederick Wilson, das ihn im weiteren Verlauf seiner Reise begleiten wird, oder dem quicklebendigen Schriftsteller Ruskin Bond begegnet. Der Leser wird in die Wohnhöhle heiliger Männer geführt und lernt einen jungen Sadhu aus Hamburg kennen.
In Uttarkashi folgt er einer Unterhaltung, in deren Verlauf eine junge Chinesin zwei Westler über Tibet aufklärt.
Mit dem Träger Bijmon geht es nach Gaumukh, zur Gangesquelle, wo Pilger meditieren und im Eiswasser die Erlösung suchen. Erst oberhalb der Quelle, auf der Hochebene Tapovan auf 4500 Meter, findet Tom Vater die vollkommene Stille und erlebt er den Blick ins Paradies – ein Rauschzustand.
Wieder unten zitiert Tom Vater Ruskin Bond: “Der Ganges bedeutet so viel für uns Inder. Der Fluss ist das Blut der Nation. Wenn Sie Indien verstehen wollen, müssen Sie den Ganges sehen und lieben.”
Ein Wort der Kritik an den Verlag: der Text hat zu viele Druckfehler, auf den Innendeckeln fehlt eine Landkarte.

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